Sperber

Ein Anruf erreichte uns, daß in einem Garten eine Eule sitzt und sich nicht von der Stelle bewegt.
Mit gelben Augen und nicht ganz klein.

Gelbe Augen und nicht ganz klein gibt es eigentlich nur die Sumpfohreule aber in einem Garten....?

Wir fuhren hin und da lag er schon.
Kurz vor unserem Eintreffen ist der Sperber verstorben.
Er war völlig ausgehungert.
Klar, so in Bindfaden gewickelt, konnte er keine Beute machen...bitte niemals Kunstfasern, Fäden, Garn oder Angelschnüre draußen "entsorgen"!


Waldkauz im Stacheldraht

So habe ich "Waldemar" von der Tierarztpraxis übernommen:
Es konnte kein Pflegeplatz weit und breit für ihn gefunden werden.

Nach einigen Wochen:
Die Lausfliegen, die ihn komplett befallen hatten, haben wir abgesammelt.
Die Wunde gereinigt, Haut mit Salben dehnbar gehalten, Antibiotika, anfangs in kleinem, geschlossenem Raum, damit die Fliegen keine weiteren Eier in die Wunde legen können.
Berge von Ratten und Mäuse gekauft und so langsam ist er auf dem Weg Richtung Freiheit.

Weitere Stacheldrahtopfer der letzten Jahre: Mäusebussarde, Uhus, Waldohreulen und sogar ein junger Wanderfalke!


Rehe verenden im Matsch an der Wasserstelle

Wenn das Wasser in trockenen Sommern knapp wird, wird der schlammige Uferbereich zu einer tödlichen Falle für Tiere.


Junge Turmfalken

Diese Beiden sind aus dem Nest gefallen.
Wir konnten sie aber einfangen und mit einer Feuerwehrleiter zu den Eltern bringen, die schon sehnlichst auf den Nachwuchs gewartet und uns all die Zeit nicht aus den Augen gelassen hatten.


Windkraftanlagen-Opfer: Turmfalke, Sperber, Rohrweihe, Kornweihe, Wanderfalke, Mäusebussard, Graureiher und Möven...

Windenergieanlagen sind ein großes Problem für Vögel und Fledermäuse in unserer Landschaft. Die unten abgebildeten und streng geschützten Greifvögel sind nur einige Beispiele von Vogelschlagopfern durch die Rotoren der Anlagen. Zu betonen ist, dass es sich um Zufallsfunde handelt, die wir ohne gezielte Nachsuche unter den Anlagen gefunden haben. Tragisch ist zudem, dass unter Umständen gar kein direkter Kontakt mit den Rotoren erforderlich ist. Vor allem Federmäuse sterben oft durch ein so genanntes Baro-Trauma, ihnen platzen dabei die Lungen durch die starken Luftverwirbelungen mit extremen Druckschwankungen im Umfeld der Rotorblätter. Diese erneuerbare Energie mag im Energiemix der Zukunft eine wichtige Rolle spielen, in vogelartenreichen Lebensräumen hat sie allerdings nichts verloren, auch für zeitweise Abschaltszenarien der Anlagen darf es keine Denkverbote geben!


Verkehrsunfälle, z.B.

Blattzeit, statt Abendessen wurden wir zu diesem armen Kerl gerufen.
In der Blattzeit sind die Böcke oft unaufmerksam und ein Auto hat ihn erfasst.
Der Autofahrer hat ihn mit gebrochenen Beinen einfach liegen lassen.
Wir mussten ihn schnell erlösen.

Jungtiere,

auf der Suche nach eigenen geeigneten Revieren fallen sie dem Straßenverkehr zum Opfer, oft sind Dachse und Jungfüchse hiervon betroffen.

Viele Wildtiere sind nicht in der Lage, Geschwindigkeiten von Fahrzeugen einzuschätzen, auch der Sog, der durch schnelles Fahren ausgelöst wird, kann vor allem von Vögeln nicht kalkuliert werden. Zudem liegen oftmals überfahrene Tiere auf der Straße, die von Aasfressern vor allem in den nahrungsknappen Wintermonaten angeflogen werden. Dadurch kommen viele Greifvögel und Eulen zu Tode.

Glasscheiben - Scheibenanflug

Freilaufende Hunde

Greifvogelverfolgung und Wilderei

Die Verfolgung von Greifvögeln ist eine Straftat gegen das Bundesnaturschutzgesetz und in den meisten Bundesländern auch Jagdwilderei und damt kein Kavaliersdelikt! Verstöße können mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.

Oftmals liest man von Tierquälerei und Straftaten gegen den Naturschutz wie z.B. Greifvogelverfolgung in der Zeitung, schüttelt den Kopf und man mag gar nicht glauben, dass es heutzutage so etwas noch gibt. Solche Untaten scheinen meist weit weg von der eigenen, heilen Welt, aber dieser Schein trügt, auch bei uns gibt es diese Fälle!

Und dies auch nicht als Kollateralschäden, die man gewillt ist, in Kauf zu nehmen, wie den Scheibenanflug von Vögeln oder auch die getöteten Greifvögel im Straßenverkehr, sondern hier werden die Greife zum Ziel vollkommen bewusster und durchdacht geplanter Fang-, Abschuss- oder Vergiftungsaktionen, direkt vor unserer eigenen Haustüre!

Jede Form der Nachstellung, etwa durch das Aufstellen von Fallen oder die Tötung von Greifvögeln oder anderer streng geschützter Arten, stellt gemäß § 71 in Verbindung mit den §§ 69 Abs. 2 Nr.1, 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG (in der Fassung vom 29. Juli 2009, in Kraft seit 1. März 2010) eine Straftat dar. Darüber hinaus erfüllt die Tötung eines Wildvogels stets gleichzeitig (tateinheitlich im Sinne des § 52 Abs. 1 StGB) den Straftatbestand des § 17 Nr. 1 Tierschutzgesetz („Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund“). Dies gilt für alle Greifvögel und Eulen.

 

Bei jagdbaren Vogelarten mit ganzjähriger Schonzeit (z.B. Greifvögel, aber keine Eulen) kommt zusätzlich die tateinheitliche Begehung einer Jagdwilderei gemäß § 292 StGB oder Jagdfrevel gemäß § 38 Bundesjagdgesetz in Betracht.

 


Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Fälle von Greifvogelverfolgung aus der näheren Umgebung schildern:

 

 

 

Angelschnur und -haken

Immer wieder sind vor allem Wasservögel zu beobachten, die durch achtlos liegen gelassene oder abgerissene Angelschnüre oder -haken schwer verletzt wurden. Zur Sauberkeit am Angelplatz gehört nicht nur, die Brötchentüte oder leere Flaschen mitzunehmen, genau so wichtig ist es, unbrauchbare Montagen, abgerissene Schnüre oder Angelhaken zu bergen und mitzunehmen. Die sehr reißfesten und für Wildtiere nahezu unsichtbaren Kunstfaserschnüre bringen Wildtiere in Lebesgefahr! Oftmals ist die Bergung der verletzten Tiere mit hohem Aufwand verbunden, der unten abgebildete Jungschwan z.B. hatte einen noch beköderten Angelhaken mit 20 m anhängender Schnur verschluckt. Die Angelschnur hatte sich am Gewässerboden verheddert, so dass eine Bergung mit Schlauchboot durch die Feuerwehr veranlasst werden musste.

Der Schwan auf dem Tisch der Tierarztpraxis hatte sich so mit anhängender Angelschnur in einem Weidenbusch verfangen, dass eine Bergung nicht möglich war. Mt einer Astschere wurde der komplette Busch gekappt und der Vogel in einem undurchschaubaren Gewirr von Ästen, Schnur und Federn zum Tierarzt gebracht. Stück für Stück wurden die Äste abgetragen und die tief ins Gewebe eingeschnittenen Schnüre entfernt. Muskeln und Sehnen des Vogels waren allerdings durchtrennt, eine Flugfähigkeit konnte nicht mehr wieder hergestellt werden.

Die abgebildete Möwe konnte nur noch eingeschläfert werden, die Zunge hatte sie sich bei ihren verzweifelten Befreiungsversuchen nahezu abgeschnitten, die Beine waren ebenfalls eingeschnürt und bereits im Absterben.

Bei dieser Dokumentation handelt es sich lediglich um zufällig und beispielhaft dokumentierte Fälle aus der näheren Umgebung, es ist zu befürchten, dass die Dunkelziffer unbemerkter Fälle hoch ist.

Wenn Angler wirklich den Naturschutz für sich reklamieren möchten, hier stehen ihnen alle Möglichkeiten offen!

 

Eine besonders perfide Form der Sicherung seines Hochsitzes hatte sich ein Jäger ausgedacht! Der in der Nähe eines Uhubrutplatzes stehende Ansitz wurde gelegentlich durch den Uhu-Terzel als Tagesschlafplatz gewählt. Offensichtlich passten dem Jäger die Kotspuren der großen Eule nicht, so dass er den Einflug mit Angelschnur abhängte. Damit die Schnüre möglichst senkrecht herunterhingen, wurden sie mit Schrotbleien beschwert. Beim Anflug von Vögeln bestand nunmehr die hohe Gefahr, dass sich die Schnüre um die Gliedmaßen wickelten! Der Jagdpächter wurde ultimativ aufgefordert, dies umgehend zu entfernen, am nächsten Tag war der Spuk verschwunden!  

Viehtränken und Regentonnen

Öl

Freizeitdruck

Um nicht falsch verstanden zu werden, Freizeitbeschäftigung, Hobbies und Naherholung gehören in unserer heutigen Leistungsgesellschaft zum Wohlfühlen, zur geistigen und körperlichen Fitness einfach dazu! Wir möchten unter dieser Rubrik einfach nur an Hand einiger Beispiele verdeutlichen, dass auch die Freizeitgestaltung nicht unreflektiert stattfinden sollte und auch die Rechte anderer - und damit ist auch ausdücklich die uns umgebende Natur gemeint - gewahrt werden müssen. Auch wenn es sich bei den aufgeführten Beispielen oft um die immer beschworenen Einzelfälle handelt, summieren sich diese doch in der Gesamtheit zu einer hohen Belastung für Natur und Tierwelt.